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Meetings

Meeting auf Englisch: früher und klarer sprechen

Früher sprechen im englischen Meeting heißt, feste Einstiege parat zu haben. Sie sparen Denkzeit, etwa mit: May I add something?

Der Engpass ist der Einstieg, nicht das Englisch

In vielen Meetings bleibt nur ein kurzes Fenster, in dem ein Beitrag passt. Wer erst den ganzen Satz im Kopf zusammenbaut, spricht oft zu einem Thema, das längst vorbei ist. Das ist eine Beobachtung aus meiner Arbeit. Warum der Kopf unter Anspannung so langsam wird, erklärt der Ratgeber Angst, Englisch zu sprechen.

Fünf Einstiege, die Sie auswendig kennen sollten

Einwerfen

  • May I add something? – neutral und sofort einsetzbar
  • I'd like to add one point. – zeigt, dass es bei einem Punkt bleibt
  • Sorry to jump in, but … – wenn Sie unterbrechen müssen

Nachfragen

  • Just to make sure I understood: …? – wiederholen Sie, was Sie verstanden haben
  • Could you give an example? – verlangt Konkretes, ohne zu kritisieren
  • What would success look like here? – klärt das Ziel

Zeit gewinnen

  • That's a good question. Let me structure my thoughts for a moment.
  • Give me a second to think about that.

Widersprechen

  • I see it a little differently. – freundlich, aber klar
  • I understand the reasoning. My concern is … – erst würdigen, dann benennen
  • I'd suggest a different approach: … – wenn Sie eine Alternative haben

Position halten

  • My recommendation is …
  • I'd like to stay with option B, and here's why.

Warum feste Einstiege funktionieren

Ein Satz, der sitzt, nimmt dem Kopf eine Aufgabe ab: Sie müssen nicht erst entscheiden, wie Sie anfangen, und haben mehr Aufmerksamkeit für den Inhalt. Das ist eine Annahme auf Grundlage der Forschung zu Angst und Aufmerksamkeit, keine eigene Studie.

So üben Sie, ohne dass es unangenehm wird

  • Sprechen Sie die Einstiege vor dem Meeting laut aus, einmal pro Satz.
  • Nehmen Sie sich für jedes Meeting genau einen Satz vor und sagen Sie ihn.
  • Notieren Sie danach, was passiert ist, nicht, wie er geklungen hat.

Vertiefung: Warum feste Einstiege in Meetings tragen

Die fünf Einstiege in diesem Artikel beruhen auf drei gut belegten Befunden aus Team-, Motivations- und Lernforschung.

Meetings entscheiden über Teamerfolg

Simone Kauffeld und Nale Lehmann-Willenbrock von der TU Braunschweig werteten Videoaufnahmen von Teammeetings in deutschen Unternehmen Satz für Satz aus. Meetings mit mehr lösungsorientierten Beiträgen hingen mit zufriedeneren Teams und besseren Unternehmenskennzahlen zusammen. Jammerschleifen und Ausweichen wirkten in die andere Richtung. Wer in Meetings schweigt, verzichtet also nicht nur auf Sichtbarkeit, sondern auf Einfluss an der Stelle, an der Ergebnisse entstehen.

Wenn-dann-Pläne schlagen gute Vorsätze

Peter Gollwitzer zeigte in zahlreichen Studien, dass konkrete Wenn-dann-Pläne die Umsetzung von Zielen deutlich erhöhen. „Ich will mich mehr einbringen“ ist ein Ziel. „Wenn jemand eine Zahl nennt, frage ich: Could you walk us through how you got there?“ ist ein Plan. Feste Einstiege sind solche Pläne: Die Situation löst den Satz aus, ohne dass Sie neu entscheiden müssen.

Abrufen üben statt lesen

Henry Roediger und Jeffrey Karpicke fanden, dass Inhalte, die aktiv abgerufen werden, deutlich länger im Gedächtnis bleiben als Inhalte, die nur wiederholt gelesen werden. Eine Liste mit Redewendungen hilft deshalb wenig, solange Sie sie nur anschauen. Wirksam wird sie, wenn Sie die Sätze laut und ohne Vorlage in wechselnden Situationen sprechen.

Was daraus für Ihre Vorbereitung folgt

Wählen Sie für das nächste Meeting einen Einstieg pro Kategorie, verknüpfen Sie ihn mit einem konkreten Auslöser und sprechen Sie ihn vorher dreimal laut. Nach dem Meeting notieren Sie, welcher Einstieg gekommen ist und welcher nicht. Dieses kleine Protokoll ist der Kern dessen, was wir im Mentoring systematisch aufbauen.

Ihr nächster Schritt

Häufige Fragen

Wie unterbreche ich höflich auf Englisch?

Mit einer kurzen Entschuldigung und einer Frage: Sorry to jump in, may I add something? Warten Sie, bis eine Person Luft holt.

Darf ich um Wiederholung bitten?

Ja, das ist in internationalen Meetings normal. Could you repeat that? oder Could you say that again, please? genügt.

Was tue ich, wenn mir mitten im Satz ein Wort fehlt?

Umschreiben Sie es und gehen Sie weiter: What I mean is … oder another way to put it is …

Quellen

  • Gollwitzer, P. M. (1999). Implementation intentions: Strong effects of simple plans. American Psychologist, 54(7), 493–503.
  • Horwitz, E. K., Horwitz, M. B. und Cope, J. (1986): Foreign Language Classroom Anxiety. The Modern Language Journal, 70(2), 125–132. Volltext
  • Kauffeld, S. & Lehmann-Willenbrock, N. (2012). Meetings matter: Effects of team meetings on team and organizational success. Small Group Research, 43(2), 130–158.
  • MacIntyre, P. D. und Gardner, R. C. (1994): The subtle effects of language anxiety on cognitive processing in the second language. Language Learning, 44(2), 283–305.
  • Roediger, H. L. & Karpicke, J. D. (2006). Test-enhanced learning. Psychological Science, 17(3), 249–255.